Ideenmanagement

Dem Wissen, das in den Köpfen der Mitarbeiter steckt und nicht unbedingt zu deren eigentlichem Tätigkeitsgebiet gehört, wird aktuell zunehmende Aufmerksamkeit geschenkt. Damit Unternehmen dieses – häufig verborgene – Potential in angemessener Weise nutzen können, wurden entsprechende Instrumente eingeführt.

Ein wesentliches Instrument war früher unter dem Begriff „Betriebliches Vorschlagswesen“ (BVW) bekannt. Das BVW schlug und schlägt sich jedoch mit dem Image des „verstaubten Zettelkastens“ herum und fristete sein Dasein bald als Mauerblümchen.

Ursachen hierfür waren unter anderem

  • bürokratische Prozesse
  • mangelnde Transparenz in Richtung der Ideengeber und der Führungsebene
  • lange Durchlaufzeiten
  • die Vernachlässigung des internen Marketing
  • häufig auch fehlende Unterstützung duch die Geschäftsleitung

Diese Problembereiche führten zu einer Reorganisation des Vorschlagswesens. Die aktuelle Ausprägung bezeichnet man als „Ideenmanagement“, was dem veränderten Bewusstsein Rechnung trägt und häufig ganzheitlicher verstanden und umfassender definiert wird.

Das Ideenmanagement wird heute in einem Zug mit modernen Instrumenten wie Innovations- und Wissensmanagement genannt. Ideenmanagement beschäftigt sich mit der Förderung von Kreativitätspotentialen, der Realisierung von Ideenpotentialen sowie der Anerkennung und Motivation von Ideengebern.

Ein Ziel ist die effiziente Abwicklung der Abläufe von der Einreichung der Idee, über deren Bewertung und Prämierung bis hin zur Realisierung. An diesen Abläufen kann eine Vielzahl von Akteuren beteiligt sein. Dazu gehören neben dem Ideengeber und dem Ideenmanager auch Gutachter, Mitglieder von Bewertungskommissionen, Controller, Realisierer, Betriebsräte und selbstverständlich auch die Geschäftsleitung.

Ein weiteres Ziel ist die Nutzung der verfügbaren Informationen. Mit der elektronischen Sammlung von Informationen, die durch die Bearbeitung einer Idee entstehen, werden weitere Potentiale erschlossen. Idealerweise sollen diese Informationen zu Wissen werden. Erreicht wird dies durch den Aufbau von Ideenbanken, die als Quelle für die Nutzung in anderen Unternehmensbereichen („Nachnutzung“) bereitstehen, in letzter Zeit aber auch mit Methoden des Wissensmanagements auf Zusammenhänge analysiert werden. Ein Schlagwort sind hier die semantischen Netze.